Irmengard Peller-Séguy

geb. 07. Juni 1919 in Gmunden am Traunsee in Österreich, gest. 16. Jan. 2019 in Saarbrücken.

Sie war nicht nur „die Frau von Pierre Séguy, wie es eine Festschrift des Saarländischen Rundfunks en passant formulierte, sondern eine eigenständige Persönlichkeit: Schauspielerin, Redakteurin, Übersetzerin und Autorin.

Sie studierte in Österreich Germanistik, machte ihren Dr. phil und schwenkte dann um auf eine Schauspielausbildung am renommierten Max-Reinhardt-Seminar in Wien.  Der „Anschluss“ Österreichs an Hitlerdeutschland 1938 machte ihrer Karriere erst einmal ein Ende. Irmengard Peller schloss sich dem Widerstand gegen die Nationalsozialisten an. Näheres über ihr Leben in dieser Zeit ist nicht bekannt.

Nach Kriegsende 1945 wurde sie Radio-Sprecherin von Literatur-Sendungen beim Südwestfunk in Baden-Baden. Als sich am Saarländischen Landestheater in der Scharnhorststraße in St. Arnual (heute Spielstätte des Kindertheaters Überzwerg) die Chance bot, wieder als Schauspielerin zu arbeiten, zog sie nach Saarbrücken. Aus der Theaterkarriere wurde nichts, denn Irmengard Peller-Séguy wechselte zu Funk und Fernsehen: sie wurde Sprecherin und Hörspieldramaturgin (1952-1955) bei Radio Saarbrücken, dann Redakteurin beim Saarländischen Rundfunk, später auch der bekannten Hörfunk-Sendung „Fragen an den Autor“, und Filmrealisatorin. 1969 stellte sie gemeinsam mit Pierre Séguy beim SR ihre Fernsehdokumentation „Geheime Reichssache“ über die Evakuierung 1939 vor. Einige Jahre lang war Irmengard Peller-Séguy auch Redakteurin der Zeitschrift „Saarheimat“.

Nach ihrer Pensionierung übersetzte sie für die Verlage Die Mitte in Saarbrücken und Gollenstein in Blieskastel drei Romane des Lothringer Autors Roger Bichelberger. (zu Bichelberger siehe https://literaturland-saar.de/ueber-die-grenze/frankreich/forbach-literarisch/

Ihre „eigene“ Publikation „Der Sonnenstein von Jaumont“ erschien 1995 in einer deutsch-französischen Ausgabe in der Homburger Edition Karlsberg und der Edition Serpenoise in Metz. In „Jaumont – pierre de soleil: un pont jeté sur les frontières et des siècles“ setzt sich die Autorin in einer kultur- und zivilisationsgeschichtlichen Betrachtung mit dem berühmten gelben Kalkstein auseinander, aus dem u.a. die Kathedrale von Metz erbaut ist. Dafür wurde sie mit dem Preis der Académie Nationale in Metz ausgezeichnet. Dem Sonnenstein von Jaumont begegnen wir auch in Saarwellingen im Kreis Saarlouis, wo Irmengard Peller-Séguy mit ihrem Mann zeitweise lebte. Dort hat der Bildhauer Toun (Antoine Dihé) aus Waldwisse 1996 aus dem Stein eine Skulptur mit dem Titel „Saar ohne Grenzen“ geschaffen.

Irmengard Peller-Séguy wurde fast 100 Jahre alt. Sie starb wenige Monate vor ihrem „runden“ Geburtstag im Alten-Wohnstift Egon-Reinert-Haus auf dem Eschberg in Saarbrücken. Wie ihr Mann fand sie ihr Grab auf dem alten Friedhof in Saarbrücken-St. Johann. (IP)