Janis V. Montreau

geb. 9. Sept. 1978 in Koblenz

Foto: Privat

Julia-Verena Ratzel veröffentlicht 2026 ihren Debütroman „Ohnmacht“, in dem sie sich ganz in die Sicht eines Mannes begibt, der zum Opfer einer bösartigen Frau wird.

Der Vater der Autorin ist Kaufmann, die Mutter medizinisch-technische Assistentin. Aufgrund einer beruflichen Versetzung des Vaters wächst sie in Versailles in Frankreich auf. Die familiären Wurzeln liegen im Saarland, insbesondere in Dillingen. Für die Schulzeit kehrt sie nach Deutschland zurück und besucht das Deutsch-Französische Gymnasium in Saarbrücken, wo sie auch im angeschlossenen Internat lebt. Anschließend studiert sie von 2001 bis 2005 Europäische Betriebswirtschaft an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes.

Beruflich ist sie zunächst im Marketing tätig, vor allem in der Bestattungsbranche. Parallel dazu arbeitet sie über viele Jahre als Fotografin, mit einem Schwerpunkt auf Hochzeitsfotografie, die sie bis 2020 ausübt. Es folgen berufliche und persönliche Stationen in Paris, bevor sie nach Südfrankreich (Provence) zieht, wo sie heute lebt und schreibt.

Schreibversuche begleiten sie seit der Kindheit: internationale Brieffreundschaften, Drehbücher für selbst inszenierte Sketche, Kurzgeschichten sowie lange, oft nicht versandte Briefe an Menschen ihres Umfelds. Erste Romanentwürfe entstehen bereits in der Jugend. Sie arbeitet mehrsprachig auf Deutsch, Englisch und Französisch.

Ihren Debütroman „Ohnmacht“ veröffentlicht sie unter dem Pseudonym Janis V. Montreau. In diesem Werk stellt sie sich konsequent auf die Seite der Männer, nach dem Motto: „Nicht jede Geschichte hat zwei Seiten.“ Es geht um einen Mann, dem psychische und körperliche, auch sexuelle Gewalt durch seine Partnerin widerfährt. Diese Lavinia wird von Anfang an als durch und durch negativer Charakter dargestellt, eine ordinäre, machtbesessene Person, die in kaum vorstellbarer Bosheit den Mann ununterbrochen manipuliert, beleidigt, finanziell ausnutzt, demütigt, verletzt. Ohne Absprache mit dem Partner setzt sie die Pille ab und wird schwanger, mit dem Kind hat sie ein neues Machtmittel in der Hand. Sie zwingt den Mann in eine Ehe, die für ihn zur Hölle wird. Als er einsieht, dass eine Trennung unausweichlich ist, beginnt ein jahrelanger Kampf um das Umgangsrecht bei dem gemeinsamen Kind Alexia, der von der Mutter in aller Härte geführt wird.

Männliche Hauptperson des Romans ist Gabriel, ein im Deutsch-französischen Heeresfliegerausbildungszentrum im südfranzösischen Le Luc stationierter höherrangiger Bundeswehrsoldat. Gehört das Wort auf den ersten 200 Seiten des 770 Seiten starken Romans dem Mann, so wechselt die Ich-Erzählung von da an immer wieder auch auf Gabriels neue Partnerin Carlotta oder das Kind Alexia über. Die Sicht auf die Hauptpersonen bleibt die gleiche. So wie Lavinia absolut bösartig ist, so sind Carlotta und Gabriel durch und durch gute, liebevolle Menschen. Durch seine konsequente Einseitigkeit gewinnt der Roman passagenweise große Intensität.

Der Autorin geht es über den Einzelfall hinaus um die allgemeine Benachteiligung der Männer durch ein überholtes Frauenbild in Deutschland. „Die Welt will nicht hören, dass auch Frauen Täterinnen sein können. Dass auch Mütter zerstören und abgrundtief böse sein können“, lässt sie Carlotta sagen. Und einen Anwalt feststellen: “Leider ist das deutsche Familienrecht in vielerlei Hinsicht noch immer stark mütterzentriert. Es gibt die rechtliche Gleichstellung auf dem Papier, aber in der Praxis sieht es anders aus.“ Diese Sicht wird von Janis V. Montreau in ihrem Nachwort bekräftigt. (RP)