Armbrustvelag

LogoWas würden Sie als Buchautor machen, wenn zwei der drei Verlage, die Ihre Bücher veröffentlichen, den Betrieb einstellen? – Gut, bitterlich weinen, das wäre eine Möglichkeit. Die andere: selbst einen Verlag eröffnen. Im November 2016 begannen die Vorbereitungen, nur selten unterbrochen von dem ein- oder anderen Nervenzusammenbruch und einer noch recht überschaubaren Anzahl hysterischer Anfälle, so dass der Armbrustverlag schon Anfang 2017 mit den ersten Veröffentlichungen loslegen konnte.

Der Armbrustverlag ist der vermutlich kleinste saarländische Verlag der Welt – eigentlich sollte er unter Artenschutz gestellt werde, das scheiterte aber daran, dass die zuständige Kommission bei ihrer Suche fünfmal an der Verlagsadresse in Püttlingen vorbei fuhr und dann aufgab. Wenn ihm sein Hauptberuf als Zeitungsredakteur die Zeit lässt, dann ist Marco Reuther der Generaldirektor, Lektor, Grafiker, Setzer, Webdesigner, Landkartenzeichner, Marketingbeauftragte und Bürobote des Armbrustverlags, der, wie Sie inzwischen vermutlich gemerkt haben, ein ziemlich kleiner und nur aus Spaß an der Sache betriebener Verlag ist, der aber nichtsdestotrotz seinen Slogan ernst nimmt: „Gute Bücher – Gute Unterhaltung!“

Der Verlag hat sich bisher der Fantasy-Literatur verschrieben – womöglich wird auch noch der ein oder andere Krim hinzu kommen – und hat inzwischen die stolze Anzahl von neun Büchern in seinem Programm (Random House, wir kommen!). Ob es nun im Kinderbuch/All-Ager „Klara Plotzky und der Elfenvampir“ um junge Helden geht, die in den Kampf zwischen Vampirelfen und Elfenvampitren geraten und ein altes Rätsel lösen müssen oder um das Saarland in 2500 Jahren bei „Belas und Euryn“ oder auch um die abenteuerliche Queste einer alleinerziehenden Kriegerin und eines nicht wirklich vollkommenen Zauberers in der Halana-Reihe: im Armbrustverlag liebt man Bücher mit gefährlichen Abenteuern, vertrackten Rätseln, schrägen Typen – und Humor.

Aus dem Programm des Armbrustverlags

„Des Königs Verräter – Die Entführung“, von Marco R. J. L. Reuther
Eine Prophezeiung erfüllen? – Na das kann ja wohl jeder! Bei uns läuft’s etwas anders:
Kein guter Start in den Sonntag, wenn man in eine fremde Welt entführt wird, in der einem der mächtigste Mann des Reiches, eine finstere Bruderschaft und der ein oder andere Mörder ans Leder wollen. Aber immerhin gibt es da ja noch diese eine Chance, um zu überleben! Man muss nur mit Hilfe eines Halbzauberers und einer zickigen Prinzessin ein Orakel zu einer falschen Prophezeiung verleiten, um dadurch gegen ein hoffnungslos überlegenes Piratenheer kämpfen zu dürfen …

„Belas und Euryn – Die Warnung des Allbios“, von Michael Beer
Die Noore beugte sich zu Belas: »Sei ehrlich. Denkst du, die da draußen könnten mit den Schätzen, die wir bewahren, umgehen? – Die meisten wollen nur ihre Bäuche vollschlagen. Was sie nicht verstehen, was über ihren Horizont hinausreicht, das zerstören sie.« – Belas und Euryn sind Außenseiter in ihrem kleinen Volk, das sich schlichte Wohnhöhlen in alte Bergehalden gegraben hat. Das Leben ist hart, die Menschen, die in grauer Vergangenheit hier lebten, sind vergessen. Doch die Vergangenheit ist noch da. Und sie hält den Tod bereit – einen verführerischen Tod, der Feinde anlockt, die keine Skrupel kennen. So müssen sich Belas und Euryn auf eine gefahrvolle Reise zu fremden Völkern begeben, auf der verzweifelten Suche nach den Resten einer längst vergangenen Zivilisation, die ihnen Rettung bringen soll. – Rettung vor dem Tod aus den Schieferbergen.

„Halana und der Turm des Schwarzen Herzogs“, von Marco Reuther
Wie fängt man einen Zauberer? Ein nicht ganz alltägliches Problem, das die junge Kriegerin Halana lösen muss – wenn auch keineswegs freiwillig. Halanas Feinde sind der mächtige Herzog Cosa, die blutrünstige Bruderschaft der elf Gebote – und Verrat. Ihre Verbündeten sind ein schüchterner Zauberer, ein einbeiniger Koch, eine Hebamme, ein paar Gaukler und ein falscher Hofnarr. Eine ideale Truppe also, um zwei Nationen und ein Kind zu retten – und um dorthin zu gelangen, wo niemand sein will: in den Turm des Schwarzen Herzogs.

„Halana und der Bruder des Schlafenden Gottes“, von Marco Reuther
Der Bruder des Schlafenden Gottes ist seit Jahrhunderten verschollen. Doch die Kriegerin Halana und der junge Zauberer Prim müssen ihn finden. Die Zeit drängt, denn ein übermächtiger und gefräßiger Feind droht Halanas Heimat zu überrennen. Kämpfe und Abenteuer, Intrigen und neue Freunde warten auf der gefahrvollen Reise und ebenso die Erkenntnis, dass nichts so ist wie es scheint – und dass man womöglich bei einem Omelette auf die Pilze verzichten sollte.

„Der Hass der Toten“, von N.O. Pity
Weitere Luftblasen zerplatzten an der Oberfläche des Teiches und verrieten dem Mann, dass die Frau da unten noch immer lebte. Die Frau, die er vor wenigen Augenblicken ins Wasser gestoßen hatte. Seine Frau. Fasziniert sah er auf die platzenden Blasen, wissend, dass sie nur zwei, drei Meter unter ihm verzweifelt versuchte, die Luft in den Lungen zu halten, nur nicht zu atmen, weil statt Sauerstoff bloß kaltes Wasser ihr Innerstes fluten würde. Dann musste unweigerlich das Ersticken beginnen …
[Zugegeben, die Tot-Trilogie „Die Sprache der Toten“, „Der Atem der Toten“ und „Der Hass der Toten“ ist eigentlich eine Horrorroman-Reihe, aber damit’s keiner merkt, nennen wir das Ganze einfach „Dark Fantasy“.]