Lothar Quinkenstein

geb. 11. Sept. 1967 in Bayreuth

Portraitfoto

Foto: Adam Czerneńko

Germanist, Schriftsteller, Übersetzer (aus dem Polnischen)

Über seine Jugendzeit im Saarland ist wenig bekannt; er wuchs in Wustweiler und Wemmetsweiler (Merchweiler) auf, besuchte in Illingen das Illtal-Gymnasium. Nach dem Abitur Studium in Freiburg/Breisgau (Germanistik und Ethnologie). Als Deutschlehrer tätig 1993 in St. Petersburg, von 1994 -1996 an einem Lyzeum in Mielec (Polen). 1998 Promotion an der Adam-Mickiewicz-Uni­versität in Poznań (Posen). Legte im gleichen Jahr sein literarisches Debüt in einem saarländischen Verlag vor, den Erzählband „Nervenharfe“.

Lebte und lehrte bis 2011 in Polen, vornehmlich an der Adam-Mickiewicz-Universität (dort ab 1999 am „Institut für Germanische Philologie“). Unterrichtet seit 2012 u. a. „Interkulturelle Germanistik“ an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder und am Collegium Polonicum in Słubice (Kleinstadt auf der anderen Oderseite).

Hat sich neben seiner Lehrtätigkeit vor allem als Lyriker und Essayist einen Namen machen können; besonders im Blick hat Quinkenstein die deutsch-polnisch-jüdischen Beziehungen.

Lebt seit 2011 in Berlin. Kommt immer wieder zu Diskussionsveranstaltungen und Lesungen ins Saarland. Stellte z. B. im April 2018 im Rahmen der ersten „Literaturtage im Saarland“ („erLESEN“) seinen stark autobiographisch geprägten Roman „Die Deckelmacher“ vor. Christoph Schreiner in der „Saarbrücker Zeitung“ (vom 13.04.2018): „Wer mit den Illinger (und den saarländischen Jazz-) Verhältnissen Mitte der 80er vertraut ist, mag Quinkensteins ‚Die Deckelmacher‘ schon aus Wiedererkennungsgründen schätzen. Qualitäten hat sein apartes Werk aber auch ohne dieses Lokalkolorit.“
2019 erscheint in der Berliner Edition fotoTAPETA der Roman „Souterrain“, die Geschichte von Tobias, der als Deutschlehrer nach Polen kommt, um schließlich dort zu bleiben. (RS)